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TTK Anröchte – TSV Schwabhausen: 5:5
Ein Bericht von Martina Emmert - 30.01.2011 – 1. Bundesliga Damen
Anröchte. Wenig spannende Momente erlebten die Fans im Duell der Aufsteiger zwischen dem TTK Anröchte und dem TSV Schwabhausen bis zur Pause. Zu klar bestimmte die eine oder andere Seite das Geschehen. Eine Ausnahme bildete das Doppel der beiden Deutschen Meisterinnen Sabine Winter/Kathrin Mühlbach, die für die Gäste gegen Linda Creemers/Katja Schmidt antraten. Letztere musste beim TTK erneut für Spitzenspielerin An Konishi einspringen, die zum dritten Mal in Folge durch Abwesenheit glänzte. „Wir haben die Verhandlungen inzwischen mit der japanischen Agentur abgebrochen. Unsere Regressforderungen werden vor einem deutschen Gericht landen. Das Thema An Konishi hat sich für uns erledigt. Doch klar ist auch, mit einer halbwegs mitspielenden An Konishi würden wir nicht da stehen, wo wir uns im Moment aufhalten“, tätigte TTK-Manager Manfred Vogel endlich eine fundierte Aussage.
Mit einem 11:8 im fünften Satz verbesserte das TSV-Duo die Quote aus der Hinrunde um einhundert Prozent. Seinerzeit gerieten die Bayern 0:2 in Rückstand. Für die Gastgeberinnen fuhren Xue Han Vukelja/Aimei Wang ein 3:1 gegen Bao Di/Yang Ting ein.
In der ersten Einzelrunde überzeugte beim Tabellenneunten lediglich die Kroatin Vukelja gegen Jungnationalspielerin Winter. Die Erfolgsgaranten beim TSV Bao Di und Yang Ting gaben sich auch diesmal keine Blöße und gewannen jeweils deutlich 3:0. An ihre zuletzt starke Vorstellung gegen Petrissa Solja (Saarlouis-Fraulautern), die frischgebackene Europe Junior Top-10-Siegerin, knüpfte Kathrin Mühlbach an ihrem 19. Geburtstag an. Sie wiederholte ihren Erfolg gegen die niederländische Nationalspielerin Creemers aus der Hinserie mit einem 11:9, 12:10 und 11:7. Dabei wehrte sie im zweiten Durchgang einen Satzball ab. Dieser wichtige Punkt führte die Gäste zum 4:2
Auf der Siegerstraße landete Schwabhausen allerdings noch lange nicht, denn Vukelja und Aimei Wang trotzten der drohenden Niederlage. Mit ihrer besten Saisonleistung wartete die Nummer eins des TTK beim 9:11, 11:8, 5:11, 11:9 und 11:4 gegen Bao Di auf. Abwehrass Wang ließ beim 11:13 im ersten Abschnitt gegen Winter drei Satzbälle ungenutzt, ein 11:7 folgte. Im dritten Satz lag Wang 6:9 zurück, vergab in der Verlängerung zum 11:13 aber erneut zwei entscheidende Führungen. Mit einem 11:6 knöpfte die 38-Jährige ihrer jungen Gegnerin Durchgang vier ab, und über ein 6:6 zum 10:7 und 11:9 siegte die Routine zum 4:4-Zwischenstand. Die Zuschauer wurden inzwischen für die etwas maue Anfangsphase entschädigt.
Nur reine Formsache war der fünfte Punkt für Mühlbach gegen Ersatzspielerin Schmidt, und Yang Ting sollte nach dem 3:0-Satzerfolg aus der Hinrunde gegen Creemers den sechsten Zähler einfahren. Doch erst einmal spurtete die Nummer drei des TTK zu einem überraschenden 2:0-Satzvorsprung. Nur mit großer Mühe fand die Chinesin ihren Rhythmus und glich mit einem 11:5, 11:6 aus. Die Sicherheit kehrte im fünften Satz bei Yang Ting zurück, die sich ein 6:2 aufbaute. Doch wie gewonnen so zerronnen, sie quittierte das 8:8. Mit einem 11:8 gehörte der Triumph dann Creemers, die das Remis rettete.
„Dieser Punkt ist besser als gar nichts, unter den Umständen sind wir damit zufrieden. Vor allem für die Moral war dieses Ergebnis wichtig, denn selbst ich hatte nach dem 2:4 nicht mehr damit gerechnet. Wir sind dadurch weiter in der Reichweite des Tabellenachte DJK TuS Essen-Holsterhausen, und ich sehe noch Steigerungspotential in der Mannschaft“, erklärte Vogel. Katja Schmidt würde überhaupt kein Vorwurf gemacht, alle wüssten, dass die 2. Liga sie vor unüberwindbare Hürden stellen würde. „Ein Kompliment richte ich an Xue Han, die mit zunehmender Spielpraxis immer besser wird. In der Hinrunde hatte sie gegen Bao Di überhaupt kein Land gesehen. Aimei hat von ihrer früheren Klasse nichts eingebüßt, sie kann es immer noch, und das erhöhte Risiko von Linda wurde gegen Yang Ting belohnt“, fasste der Manager zusammen.
"Zuerst habe ich gedacht, es ist ein Punktverlust, doch später musste ich dann doch zugeben, dass es ein Punktgewinn für uns war", sagte Schwabhausens Pressesprecher Harald Dannhauer. Es sei ein Spiel auf Augenhöhe gewesen, doch der Punktgewinn helfe seinem Team natürlich mehr als Anröchte. Sabine Winter habe in ihrem zweiten Spiel zu viele Fehler gegen Wang gemacht und dadurch verloren. Yang Ting sei zu passiv in ihrem zweiten Match gewesen. "Sie hätte aggresiver spielen müssen, dann hätte sie gegen Creemers auch gewonnen", ist Dannhauer überzeugt. Großes Lob hatte Dannhauer für Geburtstagskind Kathrin Mühlbach übrig. "Sie hat super gespielt und war mit drei Punkten die stärkste Spielerin im Team." Bereits während einer Rast auf der Hinfahrt nach Anröchte habe die Mannschaft der jetzt 19-Jährigen gratuliert. "Mit Gummibärchen als Nevennahrung und einem Plüschtier, das auf Knopfdruck jodelt", verriet Dannhauer.
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